Mängel in der Mietwohnung: Minderung & Co.

Weist der Wohnraum  einen Mangel auf, so kann der Mieter verschiedene Ansprüche geltend machen bzw. Gestaltungsrechte ausüben.

 

Wann ist ein Mangel ein Mangel?

 

Von einem Mangel spricht man im Mietrecht dann, wenn der nach dem Vertrag vorausgesetzte Gebrauch der Mietsache beeinträchtigt ist.

 

Häufige Mängel:

  • Feuchtigkeit und Schimmel
  • nicht funktionierende Heizkörper, Lärm durch Heizkörper
  • Abweichung der vertraglich vereinbarten Wohnfläche von der tatsächlichen Fläche
  • Beeinträchtigungen der sanitären Einrichtungen (Dusche, Badewanne, Toilette), Geruchsbelästigungen, übermäßige Geräusche durch Wasserleitungen
  • Ausfall des Fahrstuhls
  • Fogging
  • Befall  der Wohnung durch Ungeziefer
  • Öffentlich-rechtliche Nutzungsbeschränkungen (mangelnde Brandsicherheit, zu geringe Deckenhöhe, Gefahr von Gesundheits-gefährdungen)
  • Umwelteinflüsse, wie Elektrosmog, Gestank, Lärm (Baustelle, Feiern der Mitmieter, Verkehrslärm, Musizieren, Tierlärm), Umweltgifte, starke Verschmutzungen, z.B. durch Taubenkot

 

Stellen Sie Mängel fest, sollten Sie die Mängel dokumentieren, z.B. durch Fotos oder ein Lärmprotokoll.

 

Wann informiere ich meinen Vermieter?

 

In dringenden Fällen ist der Vermieter sofort telefonisch zu kontaktieren, sodass er geeignete Maßnahmen zum Schutz der Wohnung treffen kann. Aber auch bei weniger dringenden Mängeln haben Sie Ihren Vermieter unverzüglich über Mängel zu informieren. Tun Sie dies

nicht, machen Sie sich ggf. schadenersatzpflichtig und können die oben genannten Rechte nicht geltend machen.

 

Wie informiere ich meinen Vermieter?

 

Der sicherste Weg ist der Versand Ihrer Mängelanzeige per Einwurf-Einschreiben oder per Fax, denn so können Sie später leichter den Nachweis erbringen, dass der Vermieter das Schreiben tatsächlich erhalten hat. Im dem Schreiben verknüpfen Sie die Anzeige des Mangels mit einer Fristsetzung, bis wann der Vermieter den Mangel beseitigen soll.

 

Welche Rechte habe ich bei Vorliegen eines Mangels?

 

Sie können

  • die Beseitigung des Mangels verlangen,
  • die Miete ganz oder teilweise bis zur Beseitigung des Mangels zurückhalten,
  • und unter besonderen Umständen
  • Schadensersatz verlangen,
  • nur eine angemessen herabgesetzte Miete entrichten,
  • Aufwendungsersatz für die Beseitigung des Mangels verlangen und/oder
  • den Vertrag außerordentlich fristlos kündigen.

 

Wie berechne ich die Mietminderung?

 

Es gibt weder ein Gesetz, das die Höhe einer Minderung vorschreibt, noch eine Formel, nach der die Minderung berechnet werden könnte. Erste Anhaltspunkte können Urteilssammlungen und Mietminderungstabellen bieten. Hierbei ist aber zu beachten, dass sich jeder Fall anders darstellt und individuell bewertet werden muss. Da eine überhöhte Mietminderung zu einem außerordentlichen Kündigungsrecht des Vermieters führen kann, sollten Sie vor der Minderung fachkundigen Rat einholen.

 

Haben Sie Fragen zu Thema, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

 

Diese Ausführungen können eine Rechtsberatung im Einzelfall nicht ersetzen! Sie stellen lediglich allgemeine Informationen dar und sollen Ihnen nur einen ersten Überblick vermitteln.