Verursachen eines Wasserschadens als Kündigungsgrund?

Verursacht ein Bekannter eines Mieters einen Wasserschaden, indem er versehentlich die Hauptwasserleitung anbohrt, kann ein Vermieter den Mietvertrag nicht aus diesem Grund kündigen.

 

Der Bekannte der Mieter verwendete anlässlich der Anbringung von Sockelleisten Dübel, die 3 cm in die Wand gingen. Hierbei bohrte er die Hauptwasserleitung an, die nach einem rechtwinkligen Knick unter Putz hinter der Fußleiste verläuft. Weder die Mieter noch der Bekannte hatten vor der Anbringung der Fußleisten den Leitungsverlauf mit einem Metalldetektor geprüft oder sich beim Vermieter über den Leitungsverlauf erkundigt. Für die Behebung der Schäden am Mauerwerk und in den unter der Mietwohnung befindlichen Büroräumen entstanden Kosten in Höhe von 7.367,11 €, die bisher nicht ausgeglichen wurden. Der Vermieter erklärte die fristlose, hilfsweise ordentliche Kündigung.

 

Die zuständige Richterin sah im Anbohren der Leitung keine schuldhafte Pflichtverletzung, die eine Kündigung rechtfertigen könnte. Der Wasserschaden habe zwar zu einem beträchtlichen finanziellen Schaden geführt, es sei aber davon auszugehen, dass der Vermieter Versicherungsleistungen bekommen werde. Zudem sei den Mietern lediglich einfache Fahrlässigkeit vorzuwerfen. Einem groben Fahrlässigkeitsvorwurf stehe entgegen, dass das senkrechte Abknicken der Leitung unter Putz von außen nicht erkennbar war und auch keinem allgemein üblich bekannten Leitungsverlauf entspreche.“

 

Quelle: Pressemitteilung des AG München Nr. 9/2018 vom 02.02.2018